Vom 14. bis 18. September 2026 hatten wir, Dr. Regina Schmeer-Oetjen, Brit Rebentisch-Krummhaar und Musa Dukuray vom Pflegepraxiszentrum Hannover, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Pflegepraxiszentren Berlin, Freiburg und Nürnberg sowie des Pflegeinnovationszentrums Oldenburg die Gelegenheit, im Rahmen einer Think-Tank-Exkursion des Clusters Zukunft der Pflege nach Toronto zu reisen. Ziel der Exkursion war es, internationale Perspektiven auf die Digitalisierung, technologische Innovationen und neue Wege in der pflegerischen Versorgung kennenzulernen.
Während der Woche besuchten wir führende Forschungs-, Bildungs- und Versorgungseinrichtungen Kanadas. Dazu gehörten unter anderem die Baycrest Academy for Research and Education, das KITE Research Institute, Gotcare, das NORC Innovation Centre, das Science of Care Institute von Sinai Health, Canada Health Infoway, das Institute for Education Research (TIER) sowie HALO. Im Mittelpunkt standen Themen wie gesundes Altern, Künstliche Intelligenz, digitale Versorgungsplattformen, Telemonitoring, Assistenztechnologien, Simulation in der Ausbildung sowie die nationale Digitalisierungsstrategie Kanadas.
Besonders beeindruckt hat uns die enge Verzahnung von Forschung, Bildung, Versorgung und Technologieentwicklung. Viele der vorgestellten Projekte verfolgen das Ziel, Menschen ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und digitale Lösungen konsequent an den Bedürfnissen von Bürgerinnen und Bürgern, Pflegeempfängern und Fachpersonen auszurichten. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig interoperable digitale Infrastrukturen, moderne Qualifizierungskonzepte und eine offene Innovationskultur für eine erfolgreiche Transformation des Gesundheitswesens sind.
Die Reise hat uns aber auch gezeigt, dass wir uns im internationalen Vergleich keineswegs verstecken müssen. Im Pflegepraxiszentrum Hannover und innerhalb des Clusters Zukunft der Pflege arbeiten wir bereits heute mit einem beeindruckenden Portfolio innovativer Technologien und erproben digitale Lösungen direkt in der Versorgungspraxis. Viele Themen, die wir in Toronto kennenlernen durften, beschäftigen auch uns seit Jahren. Der Mehrwert der Exkursion lag daher nicht darin, aufzuholen, sondern darin, Erfahrungen auszutauschen, unterschiedliche Herangehensweisen kennenzulernen und erfolgreiche Strategien für die Umsetzung und Skalierung von Innovationen zu verstehen.
Mit zahlreichen neuen Eindrücken, wertvollen Kontakten und inspirierenden Ideen kehren wir nach Hannover zurück. Die gewonnenen Erkenntnisse werden wir in unsere Arbeit einbringen, um Pflege von morgen aktiv mitzugestalten und den Wissenstransfer zwischen Forschung, Praxis und Gesellschaft weiter zu stärken.
Wer die Diskussion über die Zukunft der Pflege weiter mitgestalten möchte, hat dazu bereits im kommenden Jahr Gelegenheit: Auf der 9. Konferenz Zukunft der Pflege am 13. und 14. April 2027 in Hannover stehen unter dem Motto „Pflegepraxis neu denken: kompetent, evidenzbasiert und vernetzt“ genau jene Fragen im Mittelpunkt, die uns auch während unserer Exkursion nach Kanada beschäftigt haben. Wir freuen uns darauf, die gewonnenen internationalen Impulse dort gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Praxis, Wissenschaft, Bildung, Politik und Technologieentwicklung weiterzudenken
Dr. Regina Schmeer-Oetjen, Brit Rebentisch-Krummhaar und Musa Dunkuray

v.l. Brit Rebentisch-Krummhaar, Musa Dukuray, Dr. Regina Schmeer-Oetjen (© PPZ Hannover)
