Haltung und Verantwortung im Fokus: Eindrücke von den Lernwelten 2026

Mit ihrem Vortrag zum Thema „Technologie begreifen, Haltung entwickeln: Experimentierräume in der Pflegebildung“ nahm Annett Wagner für das Pflegepraxiszentrum (PPZ) Hannover an den Lernwelten in Dresden teil.

„STAND UP & TEACH“

Die Lernwelten sind der deutschsprachige Kongress für Bildung in den Gesundheitsfachberufen. Jährlich kommen dort Akteur:innen aus Bildungspraxis und Wissenschaft im D-A-CH-Raum zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen, innovative Bildungsansätze und Zukunftsperspektiven der Gesundheitsfachberufe auszutauschen.

Unter dem Motto „STAND UP & TEACH. Bildung in Gesundheitsberufen zwischen Haltung & Verantwortung“ wurde am 14. und 15. September 2026 diskutiert, wie Bildungsprozesse gestaltet werden können, um Fachpersonen auf die Herausforderungen einer zunehmend komplexen Gesundheitsversorgung vorzubereiten.

Dresden

Die besondere Atmosphäre der sächsischen Landeshauptstadt Dresden mit ihrer beeindruckenden Architektur, den historischen Bauwerken an der Elbe und ihrer vielfältigen Wissenschafts- und Hochschullandschaft bot den passenden Rahmen für einen lebendigen fachlichen Austausch, Diskussionen und Vernetzung.

Der Einsatz digitaler Technologien ist längst Realität

Wer das Programm der Lernwelten verfolgte, kam am Thema Digitalisierung kaum vorbei.
In mehreren Beiträgen wurden digitale Lehr- und Lernkonzepte, Unterrichtsformate und innovative Bildungsprojekte vorgestellt.

Während viele Beiträge zeigten, was mit digitalen Technologien in Bildungsprozessen möglich ist, brachte Annett Wagner mit ihrem Vortrag „Technologie begreifen, Haltung entwickeln: Experimentierräume in der Pflegebildung“ eine weitere Perspektive in diesen Diskurs ein.

Anhand konkreter Beispiele digitaler Technologien aus dem Experimentierraum des PPZ Hannover, der im Rahmen des Forschungsprojekts „Cluster Zukunft der Pflege” entstanden ist, wie Virtual Reality, sozial-emotionale Robotik und digitales Bewegungsmonitoring, wurde deutlich, dass Pflegefachpersonen für einen verantwortungsvollen, kritisch-reflexiven Umgang mit digitalen Technologien mehr als reine Bedienkompetenzen benötigen.

Bereits in der Pflegebildung müssen sowohl der Erwerb vielfältiger digitaler Kompetenzen als auch die Entwicklung einer entsprechenden professionellen Haltung gefördert werden.

Lernräume wie der Experimentierraum des PPZ Hannover unterstützen dies durch das Zusammenspiel von Erprobung, BeGreifen, Austausch, Reflexion und Lernen aus Erfahrung in einer geschützten, risikofreien Umgebung. 

Das rege Interesse des Publikums zeigte, dass Fragen nach dem verantwortungsvollen Einsatz digitaler Technologien viele Bildungsakteur:innen beschäftigen. Die Aufforderung, zu Fragen wie „Wäre ein digitaler Avatar für Sie persönlich eine akzeptable Unterstützung gegen Einsamkeit im Alter?“ oder „Würden Sie akzeptieren, dass Ihre Angehörigen rund um die Uhr digital überwacht werden, wenn dadurch Stürze verhindert werden?“  Position zu beziehen, machte unterschiedliche Perspektiven und Meinungen deutlich und führten zu lebhaften Diskussionen.

Auch das Konzept des Experimentierraums des PPZ Hannover stieß auf großes Interesse, eröffnet es doch die Chance, ihn mit Lernenden zu besuchen, vor Ort Technologien zu erproben und sich mit Chancen, Grenzen und Herausforderungen ihres Einsatzes auseinanderzusetzen.

Die Lernwelten wurden so auch zu einem Ort des Austauschs über neue Wege zur Förderung digitaler Kompetenzen und professioneller Haltung in den Gesundheitsfachberufen.

Annett Wagner

© Annett Wagner/PPZ Hannover