Zukunftskompetenzen in der Pflege gestalten – Impulse aus Kempten für die Pflege von morgen 

Wie können gute Arbeitsbedingungen in der professionellen Pflege unter den Bedingungen von Personalunterversorgung, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel gesichert und weiterentwickelt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Tagung „Zukunftskompetenzen in der professionellen Pflege: Individuum – Organisation – System“, die am 26. und 27. Juni 2026 in Kempten stattfand. 

Bereits zur Eröffnung betonten Dr. Alexandra-Gwyn Paetz vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie Katrin Staffler, Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, die hohe Relevanz von Zukunftskompetenzen für die Weiterentwicklung der professionellen pflegerischen Versorgung. 

Ein gelungener Auftakt war der Vortrag „Lernen in Beziehung: Humor als professionelle Haltung für die Praxisanleitung von morgen“. Schnell wurde deutlich: Zukunftskompetenzen umfassen weit mehr als digitale Fähigkeiten. Gefragt sind ebenso Kommunikationsstärke, Reflexionsfähigkeit, Offenheit für Veränderungen und die Fähigkeit, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. 

Die Beiträge spannten einen Bogen von Future Skills über Diversitäts- und Digitalkompetenzen bis hin zu organisatorischen und systemischen Transformationsprozessen im Bereich der Zukunftskompetenzen. Dabei wurde deutlich, dass die Zukunft der pflegerischen Versorgung nur im Zusammenspiel von Pflegefachpersonen, Organisationen und politischen Rahmenbedingungen gestaltet werden kann. 

Auch das Pflegepraxiszentrum Hannover (PPZ Hannover) war mit zwei Beiträgen vertreten. Deliah Katzmarzyk-Sauerwald stellte in ihrem Vortrag mit dem Titel: “Capacity Building als Zukunftskompetenz ambulanter Pflegeorganisationen – Erkenntnisse aus einem Scoping Review zu Implementierungsstrategien digitaler Pflegetechnologien in der ambulanten Pflege”, Erkenntnisse zu Implementierungsstrategien digitaler Pflegetechnologien in der ambulanten Pflege vor und zeigte auf, welche Voraussetzungen Organisationen benötigen, um digitale Innovationen nachhaltig zu etablieren. 

Brit Rebentisch-Krummhaar präsentierte ihren Vortrag „Vom Pflegealltag zur Systeminnovation: Experimentierräume als Kompetenzarchitektur der Zukunft“. Am Beispiel des Experimentierraums des PPZ Hannover wurde aufgezeigt, wie Pflegefachpersonen und andere Zielgruppen aus der Pflegepraxis innovative Technologien in einem geschützten Rahmen kennenlernen, erproben und reflektieren können. Die Ergebnisse verdeutlichten, welchen Beitrag solche Experimentierräume zur Kompetenzentwicklung, zur Förderung technologischer Handlungssicherheit und zur nachhaltigen Implementierung von Innovationen in der Pflege leisten. 

Neben den fachlich hochkarätigen Vorträgen bot die Tagung zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch zwischen Wissenschaft, Bildung, Politik und Versorgungspraxis. Die professionelle Organisation, die angenehme Atmosphäre in der Kemptener bigBOX Allgäu, dem Tagungshotel, sowie die hervorragende Versorgung der Teilnehmenden trugen wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung bei. 

Ein besonderer Dank gilt Dr. Florian Fischer, der die Tagung mit großem Engagement organisiert und fachlich geprägt hat. Es ist gelungen, einen inspirierenden Raum für den Austausch über die Zukunft der professionellen Pflege zu schaffen. 

Die Diskussionen in Kempten haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, professionelle Pflege kompetent und vernetzt weiterzuentwickeln. Themen, die auch die 9. Konferenz Zukunft der Pflege mit dem Motto „Pflegepraxis neu denken: kompetent, evidenzbasiert und vernetzt“ am 13. und 14. April 2027 an der Medizinischen Hochschule Hannover in den Mittelpunkt stellen wird. Die Konferenz lädt dazu ein, Menschen aus Wissenschaft, Praxis, Bildung und Versorgungsgestaltung miteinander ins Gespräch zu bringen und die Zukunft der Pflege gemeinsam zu gestalten.  

B. Rebentisch-Krummhaar

© HS Kempten, PPZ Hannover