1. Wer ist das Unternehmen „Bettina Harms GmbH“ und in welchem pflegerischen Zusammenhang findet die Projektzusammenarbeit statt?
Die Bettina Harms GmbH ist ein Pflegeunternehmen, das seit 1994 Menschen im Landkreis Gifhorn und in der Stadt Wolfsburg begleitet und unterstützt. Mit rund 400 Mitarbeitenden setzen wir uns jeden Tag dafür ein, pflegebedürftigen Menschen ein würdevolles, sicheres und möglichst selbstbestimmtes Leben in ihrer vertrauten Umgebung zu ermöglichen.
Pflege bedeutet für uns weit mehr als die Versorgung von Menschen. Sie bedeutet Nähe, Vertrauen, Wertschätzung und das ehrliche Interesse am Menschen. Deshalb verbinden wir fachliche Kompetenz mit Herz und bieten ein breites Spektrum an Leistungen an. Dazu gehören die ambulante Pflege, die Betreuung und Hauswirtschaft im häuslichen Umfeld, unsere Tagespflegeeinrichtungen sowie ambulant betreute Pflegewohngemeinschaften. Unser Ziel ist es, Menschen individuell zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Leben so lange wie möglich selbstbestimmt und in vertrauter Umgebung zu gestalten.
Die Zusammenarbeit im Cluster Zukunft der Pflege bietet uns die Möglichkeit, unsere Erfahrungen aus dem Pflegealltag einzubringen und gemeinsam im Pflegepraxiszentrum Hannover mit der Medizinischen Hochschule Hannover neue Wege für die Pflege von morgen zu entwickeln. Dabei steht für uns immer die Frage im Mittelpunkt: Wie können wir die Versorgung unserer Klient:innen noch besser gestalten und gleichzeitig unsere Mitarbeitenden in ihrer wichtigen Arbeit unterstützen?
Bei allen Projekten, Innovationen und strategischen Entscheidungen orientieren wir uns an unseren fünf Unternehmensgrundsätzen: Wirtschaftlichkeit, Qualität, Mitarbeiterzufriedenheit, Kundenzufriedenheit und Innovation. Sie bilden das Fundament unseres Handelns und helfen uns dabei, Entwicklungen stets aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten – zum Wohl unserer Klient:innen ebenso wie unserer Mitarbeitenden.
2. Was ist die Motivation, am Projekt teilzunehmen?
Wir sind überzeugt, dass gute Pflege niemals stehen bleiben darf. Deshalb gehört es seit jeher zu unserem Selbstverständnis, offen für neue Ideen zu sein und Entwicklungen aktiv mitzugestalten.
Unsere Motivation ist einfach: Wir möchten die Pflege für die Menschen, die wir begleiten, und für die Menschen, die bei uns arbeiten, jeden Tag ein Stück besser machen. Beide Gruppen stehen für uns gleichermaßen im Mittelpunkt. Unsere Klient:innen sollen die bestmögliche Unterstützung erhalten, um ihre Lebensqualität, Selbstständigkeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben so lange wie möglich zu bewahren. Gleichzeitig möchten wir unseren Mitarbeitenden ein Arbeitsumfeld bieten, das sie stärkt, entlastet und ihnen ermöglicht, ihren Beruf mit ihrem Familienleben und ihren persönlichen Bedürfnissen in Einklang zu bringen.
Moderne Technologien und digitale Lösungen können dabei wertvolle Unterstützung leisten, wenn sie sinnvoll eingesetzt werden und einen echten Nutzen im Alltag schaffen. Sie können Prozesse vereinfachen, Wege verkürzen, Bürokratie reduzieren und dadurch Freiräume schaffen – für mehr Zeit am Menschen und für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Darüber hinaus sehen wir in innovativen Lösungen die Chance, die Gesundheit, Zufriedenheit und langfristige Bindung unserer Mitarbeitenden zu fördern und Belastungen im Arbeitsalltag zu reduzieren.
Durch die Teilnahme am Projekt möchten wir von wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren und diese mit unserer langjährigen Praxiserfahrung verbinden. Gleichzeitig sehen wir die Chance, die Zukunft der ambulanten Pflege aktiv mitzugestalten und unsere Erfahrungen mit anderen Einrichtungen zu teilen. Wir möchten technologische Lösungen nicht nur kennenlernen, sondern aktiv mitentwickeln, erproben und nachhaltig in unsere Arbeitsabläufe integrieren.
Unsere Vision ist eine Pflege, die modern, menschlich und zukunftsfähig ist. Eine Pflege, die Innovationen nutzt, ohne den Blick für das Wesentliche zu verlieren: die Menschen. Sowohl die Menschen, die unsere Unterstützung benötigen, als auch die Menschen, die diese Unterstützung jeden Tag mit Engagement, Fachwissen und Herz ermöglichen.
3. Mein Wunsch an die digitale Transformation in der Pflege lautet:
Wir wünschen uns eine Digitalisierung, die den Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellt und die Pflege dort unterstützt, wo sie einen echten Mehrwert schafft. Für uns bedeutet digitale Transformation nicht, menschliche Nähe zu ersetzen, sondern sie zu ermöglichen und zu stärken.
Technische Lösungen sollten Pflegende spürbar entlasten, Arbeitsabläufe vereinfachen und ihnen mehr Zeit für das schenken, was Pflege im Kern ausmacht: persönliche Begegnungen, aufmerksames Zuhören, Mitgefühl und zwischenmenschliche Nähe. Denn so wertvoll digitale Innovationen auch sein mögen – Wertschätzung, Empathie und ein aufmunterndes Gespräch lassen sich nicht digitalisieren.
Gleichzeitig sehen wir große Chancen darin, moderne Technologien gezielt einzusetzen, um den Alltag pflegebedürftiger Menschen sicherer, komfortabler und selbstbestimmter zu gestalten. Wenn Digitalisierung dazu beiträgt, Bürokratie abzubauen, Prozesse zu vereinfachen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verbessern, entstehen wertvolle Freiräume für das Wesentliche: die individuelle Begleitung und Versorgung von Menschen.
Darüber hinaus wünschen wir uns, dass die digitale Transformation einen positiven Beitrag zur Attraktivität der Pflegeberufe leistet. Sie sollte Mitarbeitende entlasten, ihre Gesundheit fördern und ihnen ermöglichen, ihren Beruf langfristig mit Freude, Motivation und hoher fachlicher Qualität auszuüben. Wenn Technologie sinnvoll eingesetzt wird und dort unterstützt, wo sie tatsächlich helfen kann, profitieren letztlich alle Beteiligten – unsere Mitarbeitenden, Angehörige und vor allem die Menschen, die auf Unterstützung und Pflege angewiesen sind.
Kurz gesagt: Die Zukunft der Pflege darf digitaler werden – aber sie muss vor allem menschlich bleiben.



